Erziehung zu kriegerischer Auseinandersetzung

Klaus-Jürgen Bruder auf Rubikon:

Psychologische Kriegsvorbereitung

Die Eliten arbeiten gezielt an der psychologischen Manipulation der Bevölkerung.
Psychologische Kriegsvorbereitung bedeutet bei der gegenwärtig herrschenden Ablehnung kriegerischer Aktivitäten der deutschen Bundesregierung durch die Mehrheit der deutschen Bevölkerung: „Rechtfertigungen“ für ein „Trotzdem“ zu finden. Den notwendigen „Tabu“-Bruch hat der aus der „Grünen“ Partei ins Außenamt geschickte Joschka Fischer im Krieg gegen Jugoslawien geleistet: „Wir müssen mit dem Mittel des Krieges eingreifen, um ein zweites „Auschwitz“ zu verhindern“. Dieses drohende „Auschwitz“ wurde inzwischen als „fake“ enttarnt. Dies zeigt, dass es – psychologisch gesehen, nicht der Wirklichkeit des tatsächlichen Ereignisses bedarf, um die Wirkung der Drohung mit dem Eintreten eines Ereignisses zu produzieren, sondern der „Simulation“, banal „Lüge“ genannt. Die Bedingung der Wirksamkeit der Lüge liegt in der Möglichkeit der Sprache, eine Realität zu simulieren, hier eine, mit der das Gefühl einer Bedrohung ausgelöst werden kann. Für die Geschichte der Kriegsvorbereitung in der BRD wird eine kontinuierliche kumulative Folge weiterer „Tabu-Brüche“ skizziert. Sie finden statt vor dem Hintergrund einer alltäglichen „Erziehung“ zu kriegerischer Auseinandersetzung in von struktureller Gewalt geprägten gesellschaftlichen Verhältnissen.

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Politische Schönfärberei

Christoph Butterwegge im Interview auf Cicero:

Unser Reichtum hat auch Schattenseiten

Der 5. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung ist nicht nur in der Großen Koalition umstritten. Ganze Passagen wurden vor der Veröffentlichung umformuliert oder gestrichen. Armutsforscher Christoph Butterwegge nimmt zu den zentralen Kritikpunkten Stellung.

Über ‚Werte’ schwadronieren

Albrecht Müller auf den NachDenkSeiten:

Rezension von Michael Lüders neuem Buch über den Syrienkrieg und zwei Lesermails zum Thema

Wie bekannt ist, hat der Nahost-Experte Michael Lüders ein weiteres Buch zum Syrienkrieg vorgelegt. Udo Brandes hat es für die Nachdenkseiten gelesen. Sein Fazit: Eine unverzichtbare Lektüre für alle, die sich ein differenziertes Bild vom Syrienkrieg machen möchten. Siehe zum Thema auch das Interview mit Michael Lüders auf den NachDenkSeiten: Anne Will arbeitet mit einer bösartigen Unterstellung, so Michael Lüders im NDS-Interview. – Passend zum Thema folgen als Anlage noch ein Leserbrief von Bernd Duschner und eine Mail von Marco Wenzel, einem NachDenkSeiten-Leser aus Thailand.

Michael Lüders hat seinem neuen Buch (Titel: „Die den Sturm ernten. Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“) ein Zitat des 2015 verstorbenen SPD-Politiker Egon Bahr vorangestellt:

„Wenn ein Politiker anfängt, über ‚Werte’ zu schwadronieren, anstatt seine Interessen zu benennen, wird es höchste Zeit, den Raum zu verlassen.“

Ich selbst hatte mir vor längerer Zeit ein ähnliches Zitat von Egon Bahr archiviert. Anlässlich einer Diskussion mit Schülern in der Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg gab Egon Bahr diesen Folgendes mit auf den Weg:

„In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“ (Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung vom 04.12.2013)

Helwa ya Baladi

Karin Leukefeld auf Rubikon:

Krieg der Lügen

Das erste Opfer des Krieges ist immer die Wahrheit. So auch in Syrien.
Es ist früh am Morgen, als wir Aleppo verlassen. Joseph, der mich bei Recherchen in Syrien meist begleitet, steuert sicher und zügig den Wagen durch den morgendlichen Verkehr. Den Soldaten an den zahlreichen Kontrollpunkten reicht meist der Blick auf das Schild „Presse“, das vorne an der Windschutzscheibe klebt, um uns freundlich weiter zu winken. Manch einer liest sich das Schreiben des Informationsministeriums genau durch, blickt dann in den Wagen und sagt: „Eine Deutsche? Herzlich willkommen in Syrien.“

Interessant ist der letzte Satz des DW-Artikels, der offenbart, wessen Geistes Kind die G7-Stellungnahme ist. An den Syrien-Beratungen nahmen auch „die Außenminister der Türkei, der Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabiens, Jordaniens und Katars“ teil. „Das sitzen die Banken und Scheckbücher, die den Krieg gegen Syrien finanzieren“, kommentiert Joseph trocken, als ich ihm den Text übersetze. „Die Emirate, Saudis, Kataris bezahlen Waffen und Kämpfer, die Türkei stellt Infrastruktur und freie Passage“ und Jordanien habe sich quasi in eine Militärbasis der USA und deren Verbündeten entwickelt. Doch die G7-Politiker sollten nicht vergessen, dass schon viele ihrer Kollegen, die den Sturz des syrischen Präsidenten seit 2011 forderten, selber nicht mehr im Amt seien. „Barack Obama, Hillary Clinton, David Cameron, der Emir von Katar und Francois Hollande“ habe auch seinen Rückzug erklärt.

Die Analyse

Albrecht Müller auf den NachDenkSeiten:

Hier kommt die deutsche Übersetzung der Einschätzung des MIT-Professors Postol zum Geheimdienst Report betreffend den Giftgasangriff vom 4. April in Syrien

Die englische Ausgabe dieser Einschätzung gibt es seit einigen Tagen im Netz. Aber es ist wichtig, diesen Text auch jenen zugänglich zu machen, die relativ komplizierte Texte nicht auf Englisch lesen können. Die Kernaussage: „Ich habe mir das Dokument aufmerksam angesehen, und ich glaube, dass man zweifelsfrei zeigen kann, dass das Dokument keinen Beweis irgendeiner Art dafür liefert, dass die US-Regierung konkret weiß, dass die syrische Regierung Verursacher des Giftgasangriffs in Khan Shaykhun, Syrien, am 4. April 2017… (war)“. – Wir verdanken die Übersetzung Carsten Weikamp, eng verbunden mit den NachDenkSeiten. Danke.

Chickengame oder Gefangenendilemma

Markus Krall auf Tichys Einblick:

EU: Die Brexit-Falle oder: Sanguisugae Bruxellis

Die EU-Politik hat nicht verstanden, dass Freihandel kein Nullsummenspiel ist, sondern möchte ein Machtspiel daraus machen. Das ist dummerweise genau das, was sie der Trump-Administration vorwirft, wenn der US-Präsident protektionistische Reden schwingt.

Die Begründung für dieses Verhalten sagt viel über das Selbstverständnis von Europas „Elite“ aus: Kein anderer soll Anreize bekommen, den Club zu verlassen oder auch nur denken, dass er das ungestraft könnte. Diese Haltung schließt es per definitionem aus, ein wirtschaftlich erfolgreiches Vereinigtes Königreich außerhalb der Brüsseler Hegemonialsphäre ertragen zu können. Denn sollte Großbritannien erfolgreich sein, ökonomisch, politisch und sozial, dann ist der Beweis angetreten, dass es auch anders geht. Dann stehen Europas viele Präsidenten von Schulz (jetzt ja ex-Präsident) und Juncker über Draghi bis Tusk plötzlich nackt da. Die Kaiser ohne Kleider.

Ein Testgelände für neue Waffen

Daniele Ganser auf Rubikon:

Dürfen die USA die „Mutter aller Bomben“ auf Afghanistan werfen?

Präsident Trump führt einen illegalen Krieg in Afghanistan.
Am 7. Oktober 2001 hat US Präsident George Bush Junior einen illegalen Angriffskrieg gegen Afghanistan begonnen. Präsident Barack Obama führte den Krieg fort. Jetzt ist klar, dass auch der neue Präsident Donald Trump Afghanistan weiter bombardieren wird. Mehr als 200.000 Menschen wurden in Afghanistan in mehr als 15 Kriegsjahren bereits getötet, darunter viele Zivilisten und auch Kinder. Die USA und andere NATO-Staaten haben weiterhin Soldaten auf afghanischem Boden stationiert. Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht.

Hin und wieder wurde am Fernsehen in Deutschland über den Krieg im fernen Afghanistan diskutiert. „Was hat die Bundeswehr gezwungen, Soldaten nach Afghanistan zu schicken?“, fragte der Afghane Khazan Gul am 1. April 2009 in einer Talkrunde auf Phonenix. Die Frage traf ins Schwarze. Der SPD-Abgeordnete Gert Weisskirchen, der 2001 wie alle anderen SPD-Mitglieder für den Afghanistankrieg gestimmt hatte, antwortete verwirrt:

„Ganz einfach. Sie werden sich erinnern, im September 2001, was geschehen ist. Und in Afghanistan gab es, aus Afghanistan ausgehend, in Verknüpfung mit Hamburg und anderen Regionen und Städten dieser Erde, gab es einen Angriff auf das World Trade Center. Das war der Anfangspunkt und seither…“

Doch bei dieser Begründung für den Kriegseinsatz platzte dem erfahrenen und leider inzwischen verstorbenen Journalisten Peter Scholl-Latour, der auch an der Talkrunde teilnahm, der Kragen und er unterbrach den SPD-Politiker mit den Worten:

»Und das ist die große Lüge! Also will ich jetzt mal hier scharf werden. Es hat bisher keinen einzigen Afghanen gegeben, der ein internationales Attentat verübt hat, dieses Attentat war ein saudisches Attentat! Es haben nur Saudis daran teilgenommen! Die Leute sind auch nicht in Afghanistan ausgebildet worden, die Pilotenausbildung, die entscheidende, haben die in Amerika bekommen.«

Scholl-Latour machte deutlich, dass ihn die offizielle Erklärung für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan gar nicht überzeugt. „Es ist doch alles gelogen, was dort gewesen ist, was ist denn Al-Qaida? Al-Qaida ist doch eine Schöpfung der Amerikaner, um gegen die Sowjetunion zu kämpfen.“

Der SPD-Abgeordnete Gert Weisskirchen, sichtlich irritiert, versuchte seine Sicht der Dinge mit dem Verweis auf die UNO zu stärken und erwiderte: „Aber dann hat ja der ganze Weltsicherheitsrat gelogen?“ Worauf Scholl-Latour erwiderte:

„Ja, tut er doch dauernd! Tut er doch dauernd, wie naiv sind Sie denn?“